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Victor Hugo nannte sie die „Regimenter aus Granit und Eisen“ und Heinrich Heine verherrlichte ihre Kaisertreue in dem von Robert Schumann vertonten Gedicht „Die Grenadiere“. Die Armee sprach von den „Grognards“, den „Murrköpfen“ der Alten Garde, die stets vor sich hin schimpften, „aber immer folgten“ (Denis Auguste Raffet) Die Grenadiere der Alten Grade trugen ihren Ruf nicht zu Unrecht. Als die erfahrensten Soldaten des französischen Heeres bildeten sie eine solide und absolut verlässliche Streitmacht, die Krisen bereinigen konnte und alleine durch ihre Präsenz auf dem Schlachtfeld den Gegner einzuschüchtern vermochte. Hauptaufgabe der Grenadiere war einst das Schleudern von Handgranaten. „Granate“ bzw. „Grenadier“ (italienisch „granatiere“) leitet sich daher von „granata“ ab, dem Granatapfel. Dieser aus dem Mittelmeerraum und dem Orient stammenden Frucht mit den vielen Kernen ähnelte nämlich die ursprüngliche Handgranate - eine metallene oder gläserne, mit Pulver gefüllte und mit einer Lunte versehene Hohlkugel. Grenadiere, egal ob der Linie oder einer Garde zugehörig, galten stets als Elitesoldaten. So waren bei der Musterung zum „grenadier à pied“ der Kaisergarde Napoleon I. zwei bestandene Feldzüge ebenso Bedingung wie sechs mit Qualifikation zurückgelegte Dienstjahre bei der Infanterie. Es konnten aber auch ganze Einheiten, wenn sie sich ausgezeichnet hatten, zu Grenadieren erhoben werden. Handelte es sich dabei um Berittene, nannte man diese fortan „Grenadiere zu Pferd“. Beispielsweise war das königlich-preussische Grenadier-Regiment zu Pferd „Freiherr von Derftlinger“ (Neumärkisches) Nr. 3 errichtet 1704, ursprünglich ein ordinäres Dragoner-Regiment gewesen. Typisches äusseres Merkmal der Grenadiere bildeten die unübersehbar hohen Kopfbedeckungen aus Stoff oder Bärenfell. Erstere waren aus einer Art Zipfelmütze entstanden, die gestärkt, hochgezogen und vorne mit einem Blechschild oder mit Metallgarnituren versehen wurden. Im Gegensatz zu den breitkrempigen Kopfbedeckungen, dem Schlapphut, dem Zwei- oder Dreispitz, waren diese Mützen beim Werfen der Handgranaten weniger hinderlich. Zudem verliehen sie den Trägern ein imposantes Aussehen, was beim Gegner wiederum nicht ohne psychologische Wirkung blieb. Die Grenadiermützen im Soldatenjargon auch „Hurratüten“ genannt, sind eine Kreation des 18. Jahrhunderts. Vereinzelte Traditionstruppenteile, so das in St. Petersburg stationierte Pawlowsche Leib-Garde-Grenadier Regiment, trugen diese noch zur Zeit des Ersten Weltkrieges. allerdings nur zur Parade.
Napolèon’s Machtsystem war auf die Armee aufgebaut. Die Kaisergarde bildete darin den Kern. Diese Einheiten wurden als Elitetruppen aufgebaut und waren eine der wichtigsten militärischen Schöpfungen des Kaisers. Die Garde war eine Armee in der Armee und bildete fast ständig die Reserve des Heeres. Der Kaiser wachte eifersüchtig darüber, dass über diese „ Sonder“- Armee nichts veröffentlicht wurde. Selbst die Militärzeitung druckte nichts über die Kaisergarde. So sollte der Feind niemals erfahren, mit welchen Mitteln der „ Kleinen Korporal “ diese Elite Soldaten an sich band. Die Bedingungen der Aufnahme waren ein untadelhaftes Auftreten, eine kräftige Konstitution, eine Körpergröße von mindestens 5 Fuß, 5 Zoll (1,76 cm). Jeder der in die Garde eintreten wollte musste außerdem mindestens fünf Jahre als Unteroffizier oder Soldat in den Linieneinheiten der Armee gedient und wenigsten zwei Feldzüge mitgemacht haben. Weiterhin musste ein Grenadier lesen und schreiben können. In die Garde einzutreten war eine sehr begehrte Ehre, aber es wurde nicht jeder genommen.
Soldat der Kaisergarde waren sämtlich Männer aus dem einfachen Volk (auch viele deutsche darunter). Sie waren unter Napolèon in Spanien, Italien, Ägypten, Deutschland und Russland gewesen. Napolèon zahlte diesem Elitecorps, welches Vortreffliches leistete, hohen Sold. Diese Leute der alten Garde, wie sie bald ehrfurchtsvoll genannt wurde, kannten weder Eltern, Vettern oder Landsleute, sie kannten nur den Kaiser, der ihr Gott war und schließlich hatten sie noch den König von Rom, der Sohn des Kaisers, in ihre Gemeinschaft mit aufgenommen. Sie waren nur das Marschieren, sich richten, Laden, Anlegen, feuern und an das Kreutzen der Bajonette gewöhnt. Wenn sie, das Gewehr im Arm, mit ihren Gamaschen, ihre hohen Bärenfellmützen und weißen Hosen und Westen marschierten, ähnelten sie einander alle. Man sah, es war der rechte arm des Kaisers, der jetzt vorrückte. Sie wurden zur regelrechten Symbolfigur der französischen Armee.
Durch die Art der Verwendung, sowie durch die Sorgfalt, mit der man die Soldaten für die Garde aussuchte, erwarb sie sich ein hohes Prestige, wodurch die moralische Wirkung ganz ungemein war, wenn sie in die Kampfhandlung eingriff. Am 29.Juli 1804 wurde durch ein Dekret die Kaisergarde gebildet. Das 1.Regiement der Grenadiere zu Fuß bestand aus 1716 Mann zu je 2 Bataillone. Zu dem Regiment kam ein Bataillon Veliten mit 955 Mann. Bei den Veliten handelte es sich um Soldaten, die sobald sie sich bewährt hatten bei den Grenadieren Dienst taten. Ein Grenadierbataillon bestand aus acht Kompanien. Die Gliederung der Garde war jedoch während der Kaiserzeit beträchtlichen Änderungen unterworfen. Diese Grenadiereinheiten, die sich unsterblichen Ruhm erworben hatten, wurden nur einmal bei Waterloo entscheidend geschlagen.
Das 1. Regiment, Grenadier zu Fuß der Alten Garde verließ trotz Niederlage, im geordneten Rückzug den Kaiser Napolèon deckend, das Schlachtfeld von Waterloo. Nach Waterloo und dem Ende des Kaiserreiches wurde die Kaisergarde aufgelöst. Ihre Veteranen wurden zur Legende der Geschichte.
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