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Württemberg 1806 - 1815 |
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württembergisches-königliches Landeswappen 1806 - 1816:König Friedrich I. von Württembergdurch die Erhebung zum Königreich, das er von Wirtemberg in Württemberg umbenannte. 1802 - 1805: Friedrich wird Kurfürst von Wirtemberg 1802: Reichsstädte und geistliche Gebiete zu Wirtemberg; absolute Regierung in "Neuwirtemberg" 1803: Reichsdeputationhauptschluß: Säkularisation, Mediatisierung von Städten und Fürstentümern.Mitte 1803: Säkularisierung der Klöster und endgültige Eingemeindung der Klöster und der Reichsstädte nach Wirtemberg. 1805: Reichsritterschaften und Deutschordensgebiete zu Wirtemberg.Napoleon in Ludwigsburg; Diktat-Verhandlung mit Friedrich und Erhebung zum Königreich von Napoleons Gnaden
König Friedrich war von 1797 - 1803 als Friedrich II. Herzog von Wirtemberg. In den Koalitionskriegen kämpfte er zunächst gegen Frankreich und verlor einen Großteil des Herzogtums. 1802 trat er auf die Seite Napoleons über. Unter der Protektion Napoleons erreicht er im Reichsdeputationshauptschluss eine enorme Vergrößerung des Territoriums Wirtembergs (s.unten). In der historischen Diktat-Verhandlung 1805 im Ludwigsburger Schloss verpflichtet sich Friedrichs weiter zum Bündnis mit Frankreich; dafür werden ihm weitere Territorialgewinne in Aussicht gestellt und die Erhebung Wirtembergs zum Königreich. Am 1.1.1806 erfolgt die Proklamation Friedrichs zum König von Württemberg. 1806: Am 01.01.1806 wird Friedrich als König Friedrich I. zum König von Württemberg (und somit von Napoleons Gnaden) proklamiert.Durch die Erhebung zum Königreich, nennt Friedrich Wirtemberg mit Wirkung zum 01.01. 1806 nun Württemberg.König Friedrich von Württemberg regierte zentralistisch und in absolutistischer Manier. Sein Herrschaftsverständnis wird aus einer Äußerung Friedrichs von 1814 deutlich, in der er von seiner "während der stürmischen napoleonischen Zeiten notwendig gewesenen Diktatorsmacht" spricht..
Die alte Verfassung, das "Alte Recht" (für das u.a. Uhland leidenschaftlich kämpfte) wurde von König Friedrich außer Kraft gesetzt. Eine neue Verfassung wurde erst vom Nachfolger, König Wilhelm I., im Jahr 1819 verabschiedet. 1806: Württemberg Mitglied im Rheinbund (Militärallianz der süddeutschen Staaten unter Protektorat Frankreichs).Württemberg erhält die Gebiete Vorderösterreichs und die bisher selbständigen Fürstentumer (Hohenlohe, Fürstenberg). 1806: Organisationsmanifest: Einführung einer Ministerialverfassung; Ankündigung einer zentralistischen VerwaltungsreformDie neuen Gebiete ("Neu-Württemberg" u.a.) wurden z.T. brutal in Württemberg eingegliedert. Zur Integration und Verwaltung des Landes begann er 1806 mit einer radikalen Verwaltungsreform nach französischem Vorbild: Das gesamte Land wurde in 64 etwa gleich große Oberämter eingeteilt, die ohne Rücksicht auf die bisherigen Herrschaftsgrenzen gebildet wurden. Mehrere Oberämter gehörten zu einem der Kreise (Neckarkreis u.a.), die als Mittelinstanzen gebildet wurden. So konnte einheitlich und hierarchisch vom König über die Ministerien, über die Kreise, über die Oberämter bis hin in die Städte und Gemeinden regiert werden. Mitarbeiter bei dieser radikalen Neuordnung waren vor allem Staatsminister Graf von Normann-Ehrenfels, Paul Friedrich von Maucler und Karl August von Wangenheim. Die treibende Kraft war König Friedrich, der gelegentlich als "Vater des modernen Württemberg" bezeichnet wird. Respekt für Friedrichs Leistung in dieser Hinsicht äußern auch seine größten Kritiker. 1806: Einführung der Wehrpflicht 1806: Verbot der Auswanderungsfreiheit (erst nach Friedrichs Tod aufgehoben)
1789 + 1810: Bildung Württembergs als Flächenstaat abgeschlossen mit den bis 1945 gültigen GrenzenAlt-Württemberg, oder Wirtemberg, umfaßte 1789 nur etwa 1/4 des Gebietes des späteren Württemberg. 1796, im Frieden von Paris, verlor Wirtemberg seine linksrheinischen Gebiete, das waren vor allem das Gebiet um Mömpelgard in Burgund und Reichenweier im Elsass.
Die Vergrößerung des Territoriums erfolgte in 4 Phasen::
1803: Reichsdeputationshauptschluß, genehmigt durch den Reichstag: Dabei wurden die Klöster säkularisiert und die Besitztümer der Klöster Wirtemberg zugeschlagen. Dadurch kamen z.B. Ellwangen und Weingarten mit ihren großen Besitzungen zu Wirtemberg. Außerdem kamen die bisherigen Freien Reichsstädte mit ihren z.T. großen Landgebieten, z. B. Esslingen, Reutlingen, Ulm an Wirtemberg..
1805: In den Koalitionskriegen steht Württemberg auf Seiten Napoleons und erhält die Reichsrittergüter und die Deutschordensgebiete.
1806: Mit der Erhebung zum Königreich - und aufgrund der Rheinbundakte - werden die Gebiete Vorderösterreichs und die bisher selbständigen Fürstentümer Württemberg zugeschlagen, z. B. Hohenlohe, Fürstenberg, Waldburg. (Nur Hohenzollern bleibt selbständig; es kommt 1849 zu Preußen.) 1810: Als letztes erfolgen (durch einen Staatsvertrag zwischen Württemberg und Bayern) Grenzausgleiche mit Bayern (wobei z.B. Crailsheim, Ulm, Tettnang, Wangen zu Württemberg kommen). 1810: Letzte Grenzziehungen bei Baden, Württemberg, Bayern (Vertrag von Compiègne u.a.) Durch diese territorialen Veränderungen entstehen die bis 1945 gültigen Grenzen Württembergs.Aus vielen Hunderten von Territorien (außer den geistlichen Besitztümern, den Gebieten der Freien Reichsstädte und Vorderösterreichs sollen es - nach einer zeitgenössischen Statistik - 21 fürstliche, 34 gräfliche und 101 reichsritterschaftliche Familien gewesen sein, die in diesen Jahren der württembergischen Landeshoheit unterworfen wurden) wird ein Flächenstaat mittlerer Größe (s. die Karten). 1811: Abschluss einer einheitlichen Verwaltungsgliederung des Landes mit Kreisen als Mittelinstanzen und 64 Oberämtern mit Oberamtsstädten
1812: Rußlandfeldzug Napoleons: Der Preis für die Krone von 1806 war hoch - die bedingungslose Unterstützung Napoleons: Friedrich musste als Bundesgenosse Napoleons Soldaten für die vielen Kriege Napoleons stellen. So zogen im Russlandfeldzug Napoleons 1812 etwa 15 800 Soldaten aus Württemberg gen Moskau, davon kamen etwa 300 - 500 mehr oder weniger lebend zurück. Anmerkung: Der König war nicht über den Verlust an Menschenleben verärgert sondern was es Ihn gekostet hatte und das beim Heimkehren in die Kasernen kaum einer zum Salutieren in der Lage war.
1812: Gründung der Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart
1813: Beitritt Württembergs zum Bündnis gegen Napoleon Austritt Württembergs aus dem Rheinbund und nach der Völkerschlacht bei Leipzig, tritt Württemberg im Vertag von Fulda den Alliierten bei. 1815: Wiener Kongress: Neuordnung EuropasWerden die territorialen bisherigen württembergische Gebiete anerkannt und bleiben so bis 1945 die gültigen Grenzen Württembergs. 1815 - 1866: Württemberg (und Baden) im Deutschen Bund
1815: Friedrich plant ein neues Wappen für das Königreich; Das Wappen mit dem Wahlspruch "furchtlos und trew" wird allerdings erst 1817 verbindlich
1815: Friedrichs Entwurf einer neuen Landesverfassung wird vom Landtag abgelehnt |
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Literaturhinweis: Paul Sauer: Der schwäbische Zar. Friedrich, Württembergs erster König. Deutsche Verlags- Anstalt 1984
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