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Die Marketenderin |
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| Die Frau im Reenactment |
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Wenn wir ehrlich sind, denken wir bei dem Wort Marketenderin zualler-erst an eine Dame aus dem ältesten Gewerbe der Welt, die dem Troß folgte und ihre Gunst verkaufte. Dem wird hier einmal ganz entschieden widersprochen. In erster Linie waren die Marketenderinnen die Ehefrauen oder Töchter der Soldaten. Sie versorgten ihre Familie und verdienten ihren Lebens-Unterhalt mit Dienstleistungen wie: waschen, kochen, nähen und Handel treiben.
Ihre Waren kauften sie in den umliegenden Dörfern und Städten günstig - handeltreibend ein und verkauften sie mit einem Aufschlag an die Truppe. Je weiter sich der Soldat - Troß von der “Zivilisation” entfernte, desto teuerer wurde ihr Handelsgut. Sie kümmerten sich um die Verwundeten und sorgten nach der Schlacht für ein aufgeräumtes Schlachtfeld - eine geübte Marketenderin konnte innerhalb von 15 Sekunden einer Leiche alles Wertvolle und wieder zu Gebrauchende abnehmen. Und ja . . . die eine oder andere, ich gebe es zu, verkaufte auch ihren Körper. |
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Ihr Leben war einfach, hart und mitunter gefährlich. Der erste nachgewiesene Gefallene bei der Schlacht von Waterloo 1815 war eine Marketenderin. Sie erhielt ein ehrenvolles Begräbnis am Rande des Schlacht- feldes.
Wo kommen wir Frauen nun im Hobby unserer Männer ins Spiel ? Sind wir nur das Anhängsel, oder können auch wir im Reenactment aktiv mitwirken ? Da wäre zuerst einmal zu sagen: ohne uns hätten die Männer nur den halben Spaß. Ein Hobby macht doch am meisten Freude, wenn die ganze Familie daran teilhat. Wer verwöhnt die Männer auch besser als wir Frauen ? Auch im Lager umsorgen wir sie wie zu Hause. Wir kochen für sie am offenen Feuer und lassen es uns auch nicht verdrießen, wenn uns dabei der Rauch um das Lagerfeuer verfolgt. Wir putzen, waschen auf, sorgen für die gewohnte Ordnung, Tratschen mit der lagernachbarin, gehen zum Kaffeeklatsch bei den Kolleginnen und wir haben wirklich ein Menge Spaß.
Ebenso Handel gehört zur Marketenderin von heute, Sie bietet Getränk und Speisen feil. Verkauft ihr Geschick als Näherin und handelt mit Dingen des täglichen Gebrauchs. Natürlich alles mit einer “Ordentlichen Lizenz” - aus - gestellt vom “Commissaire des Guerres” (Kriegsminister). Somit hat die Gendarmerie keine Chance beim Kontrollgang durchs Lager die Ware zu “beschlagnahmen”.
Oft lassen wir jedoch auch die Marketenderin im Zelt verschwinden und heraus kommt eine Offiziersgattin, eine Edeldame, eine Bürgerin oder eine Dame der Gesellschaft. Dann lassen wir uns hofieren. Gehen zum Ball oder flanieren am Arm unseres Galans durch die Stadt. Lassen uns verwöhnen und genießen die Aufmerksamkeit eines Kavaliers alter Schule.
Denn neben dem Biwak-Leben kommt auch der zivile und gesellschaftliche Bereich des damaligen Lebens beileibe nicht zu kurz. “ Das lebendig werden der Geschichte und das Erleben beschränken sich ja glücklicherweise nicht nur auf die Gefechtsdarstellungen.” |
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